15.12.2016 – Vernetzung im Rahmen der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung – Wie erfolgreich sind Niedersachsens Unternehmen im Wettbewerb? 

Vernetzung im Rahmen der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung – Wie erfolgreich sind Niedersachsens Unternehmen im Wettbewerb?

Abgeordnete Dr. Gabriele Andretta (SPD)

Antwort des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr namens der Landesregierung

Vorbemerkung der Abgeordneten

Eine intelligente Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft regional wie international ist der Schlüssel für erfolgreiche Innovationen. Mit Blick auf den anhaltenden Trend zur Internationalisierung sind besonders KMU gefordert: Die industriellen Wertschöpfungsketten sind heute zunehmend global ausgerichtet, Forschung und Entwicklung, Produktion und Vertrieb sind häufig auf verschiedene Standorte in der Welt verteilt. Die Integration von Unternehmen in internationale Wissensflüsse ist entscheidend für ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb hat die Bundesregierung im Rahmen ihrer Hightech-Strategie ein neues Förderprogramm zur Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken aufgelegt. Zwei Förderrunden sind schon abgeschlossen, die Ausschreibung für eine Dritte erfolgt in diesem Dezember.

1. Welche regionalen Cluster und Netzwerke aus thematischen Zusammenschlüssen von Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft wurden jeweils in der ersten und zweiten Förderrunde aus Niedersachsen ausgewählt?

In der ersten und zweiten Wettbewerbsrunde der Fördermaßnahme „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat das unabhängige Auswahlgremium keine Cluster oder vergleichbaren Netzwerke aus Niedersachsen für eine Förderung empfohlen. Es gab mit dem CFK Valley e.V. mit Sitz in Stade allerdings auch nur eine Skizzeneinreichung aus Niedersachsen.

Die dritte und vorerst letzte Wettbewerbsrunde der Internationalisierungsmaßnahme ist am 18. November 2016 gestartet. Skizzen können noch bis zum 15. März 2017 eingereicht werden. Das CFK Valley e.V. hat bereits gegenüber dem mit der Fördermaßnahme betrauten Projektträger Jülich eine erneute Beteiligung im Rahmen der dritten Wettbewerbsrunde angekündigt.

2. Wie bewertet die Landesregierung das Abschneiden niedersächsischer Unternehmen insgesamt in den Wettbewerben der Hightech-Strategie?

Niedersächsische Unternehmen, Institutionen und sonstige Organisationen profitieren von den Wettbewerben der Hightech-Strategie und haben im Rahmen des Spitzencluster-Wettbewerbs und der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ Fördermittel über das BMBF erhalten bzw. werden diese noch erhalten. Im Rahmen des Spitzencluster-Wettbewerbs sind insgesamt Mittel für niedersächsische Organisationen in Höhe von 9,3 Mio. € bewilligt und bis 2016 davon 8,8 Mio. € ausgezahlt worden. Hierbei handelt es sich um Mittel für die Beteiligung an Verbundprojekten. So wird z.B. die Universität Braunschweig als Verbundpartner an dem Spitzencluster „Forum Organic Electronics“ in der Metropolregion Rhein-Neckar mit gut 5 Mio. Euro vom Bund gefördert. In der Förderinitiative „Forschungscampus“ wurden Mittel für niedersächsische Organisationen in Höhe von 6,3 Mio. € bewilligt und bis 2016 davon 3,5 Mio. € ausgezahlt.

Im Jahr 2012 wurde die Open Hybrid LabFactory in Wolfsburg unter der Federführung des Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) der TU Braunschweig gemeinsam mit den Industriepartnern initiiert. Im LeichtbauCampus Open Hybrid LabFactory werden großserientaugliche Fertigungs- und Produktionstechnologien für die wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Herstellung hybrider Leichtbaukomponenten aus Metallen, Kunststoffen und textilen Strukturen entwickelt.

Die Open Hybrid LabFactory wird im Rahmen der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ vom BMBF gefördert. Zudem fördern Industriepartner wie die Volkswagen AG, das Land Niedersachsen und die Stadt Wolfsburg den LeichtbauCampus. In dem Wettbewerb war das LeichtbauCampus-Konsortium als eines von neun durch den Bund geförderten Campusse erfolgreich.

Die Spitzencluster wie die Forschungscampusse sind fast durchweg international gut vernetzt und sehr aktiv. Durch die Beteiligung an Verbundprojekten der Spitzencluster greift die Internationalisierung auch auf die beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen durch.

3. Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung, um die Internationalisierung regionaler Cluster voranzutreiben und die Vernetzung zwischen Forschung und Unternehmen zu unterstützen?

Die Niedersächsischen Ministerien für Wissenschaft und Kultur sowie für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr nutzen zur Unterstützung der Internationalisierung der Cluster und der Vernetzung von Forschung und Unternehmen die zur Verfügung stehenden Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie die des Nds. Wirtschaftsförderfonds. Die übergreifende und gesamtstrategische Zielstellung zur Unterstützung regionaler Cluster sowie der Vernetzung zwischen Forschung und Unternehmen ist dabei auch in der forschungspolitischen Agenda und in das ressortübergreifende innovationspolitische Konzept „Stärkung der regionalen Entwicklung durch Fachkräftesicherung und Ausbau des Wissenstransfers“ der Landesregierung eingebettet.

Netzwerke und Cluster der unterschiedlichen Ressorts werden am Innovationszentrum Niedersachsen unter einem Dach vereint, um im Rahmen eines optimalen Cross-Industry und Cross-Cluster Ansatzes den Austausch zwischen den Branchen zu ermöglichen. Eine besondere Rolle nimmt dabei das Innovationsnetzwerk Niedersachsen ein. Die 275 Mitglieder des niedersachsenweiten Verbundes sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei Fragen der Innovations- und Wirtschaftsförderung. Die Partnerinnen und Partner im Innovationsnetzwerk Niedersachsen unterstützen Unternehmen dabei, Innovationen zu realisieren, mit Forschungseinrichtungen zu kooperieren und innovative Geschäftsideen in wirtschaftlichen Erfolg zu überführen.

Das Netzwerkmanagement der unterschiedlichen Netzwerke und Cluster hat u.a. die Aufgabe, nationale und internationale Projekte zu unterstützen und mit zu entwickeln. Dazu wird die European Innovators Lounge der NBank unterstützt, sowie die Teilnahme an nationalen und internationalen Messen, Kongressen und Fachforen gewährleistet.