28.03.2017 – Krankenhausunterricht für längerfristig erkrankte Schülerinnen und Schüler 

Mündliche Anfrage gemäß § 47 der Geschäftsordnung des Niedersächsischen Landtages

Abgeordnete Dr. Gabriele Andretta (SPD)

Krankenhausunterricht für längerfristig erkrankte Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler, die im Krankenhaus, einschließlich der Abteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder in ähnlichen Einrichtungen, stationär behandelt werden und die Schule nicht besuchen können, sollen während dieser Zeit Unterricht im Krankenhaus erhalten. Das Lernen im Krankenhaus wird unter Berücksichtigung der Belastungen, die sich aus dem jeweiligen Krankheitsbild ergeben, flexibel organisiert. Der Stundenumfang ist im Einzelfall von der Schulbehörde festzulegen. Im Erlass „Sonderpädagogische Förderung“ vom 1. Februar 2005 heißt es hierzu: „Über den Unterricht im Krankenhaus entscheidet die Schulbehörde. Der Unterricht zu Hause oder im Krankenhaus ist durch schulinterne oder schulübergreifende Personalmaßnahmen im Rahmen der bestehenden Beschäftigungsverhältnisse und der verfügbaren Haushaltsmittel sicherzustellen“.

Nach Ansicht von Fachleuten ist aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht eine ausreichende Beschulung während des Klinikaufenthalts für die spätere nachhaltige Reintegration der Kinder und Jugendlichen in den Schulalltag unverzichtbar. In einigen Kliniken, wie in der Klinik Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters des Asklepios Fachklinikums Tiefenbrunn, kommt der Klinikschule im Therapiekonzept eine wichtige Bedeutung zu. Von den Kindern und Jugendlichen, die in der Klinik behandelt werden, werden im Durchschnitt 90 Prozent mit erheblichen Schulstörungen aufgenommen. Die Sicherstellung von ausreichenden Unterrichtsstunden für Einzel- und Gruppenunterricht ist daher für den Behandlungserfolg essentiell.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

  1. Wie hat sich die Zahl der Lehrerstunden pro Patient/in der Kinder- und Jugendpsychiatrien in Niedersachsen insgesamt und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tiefenbrunn im Besonderen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
  2. Wie sieht im Vergleich dazu die Zahl der Lehrerstunden pro Patient/in der Kinder- und Jugendpsychiatrien in den anderen Bundesländern aus?
  3. In welcher Weise werden im Einzelfall bei der Festlegung des Stundenumfangs durch die Schulbehörde die Empfehlungen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte berücksichtigt?

gez. Dr. Gabriele Andretta