Theater brauchen endlich eine konkrete Perspektive

Wie kann Theater in Corona-Zeiten aussehen? Welche Vorbereitungen sind nötig, um den regulären Spielbetrieb wieder aufzunehmen? Um diesen Fragen nachzugehen und sich ein unmittelbares Bild der Situation zu machen, waren die beiden SPD-Abgeordneten Dr. Gabriele Andretta MdL und Thomas Oppermann MdB zu Gast im Deutschen Theater in Göttingen und konnten einen Blick hinter die Kulissen werfen. Von der Kreativität, mit der das Theater die Krise meistert, zeigten sich die beiden Abgeordneten beeindruckt: Das Stück „Die Methode“ nach Corpus Delicti von Juli Zeh wird derzeit nicht im Großen Saal, sondern in der DT-Tiefgarage als Autotheater aufgeführt.

„Diese außergewöhnliche Inszenierung hat bundesweit große Beachtung gefunden. Nun muss es eine klare Perspektive geben, wann die Theater in Niedersachsen wieder öffnen dürfen“, so Thomas Oppermann. Intendant Erich Sidler stellte mit Verwaltungsdirektorin Sandra Hinz das Konzept vor, mit dem die Einhaltung der Corona Abstands- und Hygieneregeln im Haus sichergestellt werden kann. So sollen zur Begrenzung von Besucherzahlen Sitzplätze und ganze Sitzreihen ausgelassen und Besucherströme gelenkt werden. Außerdem wird das Repertoire angepasst und für Aufführungen unter freiem Himmel steht eine Außenbühne bereit.

„Bis heute fehlt den Kulturbetrieben ein konkretes Datum. Der Niedersächsische Kulturminister hatte angekündigt, dass Theateraufführungen unter freiem Himmel ab dem 25. Mai wieder möglich sein sollen. Doch es blieb bei der Ankündigung“, so Dr. Gabriele Andretta, die sich gemeinsam mit ihrem Bundestagskollegen für eine möglichst zeitnahe Öffnung von Theatern stark macht.

Andretta: „Es ist schwer erklärbar, warum Spielhallen, Fitnessstudios oder Indoorparks besucht werden dürfen, Theater, Kulturzentren und Kinos aber geschlossen bleiben müssen. Kunst und Kultur sind kein Luxus, den eine Gesellschaft sich in guten Zeiten leistet. Für unsere Stadt sind sie Lebensadern und für unser Zusammenleben unverzichtbar. Gerade in Zeiten großer Verunsicherung brauchen wir unsere Theater: Sie bieten eine Bühne für die kritische Auseinandersetzung mit der Krise und fördern Offenheit im Denken – in einer Demokratie ist Kultur systemrelevant.“