Unterwegs im Wahlkreis – Besuch im Exil

Gemeinsam mit meinem Kollegen Thomas Oppermann waren wir nach unserer ersten „Corona-Tour“ wieder in Göttingen unterwegs. Wir informierten uns weiter über die Folgen der Corona-Pandemie bei Einrichtungen vor Ort, um gleichzeitig mit unseren Gesprächspartnern einen Ausblick nach vorne zu wagen.

Am 10. Juni ging es ins Exil – dem einzigen privatwirtschaftlich geführten Betrieb in Göttingen, der Club- mit Livekultur verbindet. Mit 40 bis 60 Livekonzerten pro Jahr ist das Exil ein wesentlicher Bestandteil der Göttinger Kreativ- und Kulturwirtschaft. Seit 2016 wird das Exil von Bea Roth als Einzelunternehmen betrieben und legt seinen Schwerpunkt klar auf die Förderung von lokalen, regionalen und NachwuchskünstlerInnen und sorgt für kulturelle Vielfalt in Göttingen.

Das Corona-Sonderprogramm für Kulturbetriebe sieht finanzielle Soforthilfen in Form von Zuschüssen für laufende Betriebskosten und zur persönlichen Existenzsicherung vor. Im Gespräch mit Frau Roth und dem Göttinger Liveclub-Urgestein Karl Schrader ist allerdings deutlich geworden, dass diese Überbrückungshilfe aus dem Konjunkturpaket für kleine und mittelständische Unternehmen auch mit der Verlängerung für die Monate Juni bis August nicht ausreichen wird.

Die Situation von Live-Clubs ist eine Besondere. Es hat sich gezeigt, dass Clubs zu den Hotspots der Corona-Infektionen gehören. Hier können die allgemein gültigen Abstandsregelungen schwer eingehalten werden. Selbst wenn die behördlichen Vorgaben in absehbarer Zeit Lockerungen zulassen würden, wird es nach Einschätzung von Frau Roth bis mindestens Ende des Jahres dauern, bis Events wieder zuverlässig geplant und alte Strukturen wieder hergestellt werden können, und vor allem das Vertrauen der Besucher wieder aufgebaut und die Atmosphäre zurückgewonnen werden kann.

Um zu verhindern, dass solche privatwirtschaftlichen Kulturbetriebe wie der von Frau Roth vor dem endgültigen Aus stehen und um dafür zu sorgen, dass sie die Göttinger Kulturlandschaft weiter bereichern können, ist eine längerfristige Unterstützung notwendig.