Corona trifft auch Jugendherbergen hart

Am 26. August 2020 jährte sich zum 111. Mal die Geburtsstunde der heute weltumspannenden Jugendherbergsidee. 111 Jahre Jugendherbergen in Deutschland – ein guter Grund zum Feiern.  111 Jahre Gemeinschaft erleben:  Jugendherberge, das ist für viele von uns die Erinnerung an die Klassenfahrt in der Jugend, an Lagerfeuer und Stockbrot, aber auch an Aktiv-Urlaub mit der Familie, bei dem wir uns abends noch mal an der Tischtennisplatte treffen. So wird sicher jede und jeder seine ganz individuelle Erinnerung an Jugendherbergen haben. Jugendherbergen sind dabei viel mehr als nur das Bett für die Nacht. Jugendherbergen stehen für Toleranz, Inklusion, Völkerverständigung und Weltoffenheit. Hier können Menschen unabhängig von Herkunft und Geldbeutel die Welt entdecken und ihren Horizont erweitern.

Was viele nicht wissen: Die Jugendherbergen sind als Verein organisiert. Will man in einer Jugendherberge übernachten, erwirbt man mit dem Jugendherbergsausweis auch gleichzeitig die Vereinsmitgliedschaft in dieser großartigen und geschichtsträchtigen Vereinigung. Durch Corona jedoch konnten die Feierlichkeiten dieses Jahr leider nicht wie geplant stattfinden. Mehr noch: Von einem Tag auf den anderen konnte plötzlich niemand mehr beherbergt werden. Auch wenn dies mittlerweile wieder möglich ist: Nach 111 Jahren sind die Jugendherbergen durch Corona in schwieriges Fahrwasser geraten.

Über die momentane Situation und die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie konnte ich mich ausführlich bei einem Besuch in der Göttinger Herman-Schierwater-Jugendherberge informieren. Die Göttinger Einrichtung gehört zum Landesverband Hannover, dessen Vorsitzender der Göttinger Peter Peschel ist. Geleitet wird die Göttinger Herberge von René Petat, der als „Herbergsvater“ auch für das Hann. Mündener Haus verantwortlich ist. Allein im Landesverband Hannover sind momentan mehr als die Hälfte der 23 Häuser geschlossen, einige werden es trotz aller Anstrengungen wohl dauerhaft bleiben.

Damit die Jugendherbergen durch diese schwierige Zeit kommen, haben der Bund wie das Land spezielle Hilfsprogramme aufgelegt. Wie diese in der Praxis ankommen, wo es Probleme mit EU-Recht gibt und an welcher Stelle noch besser geholfen werden kann, hierüber konnte ich mich ausführlich mit Herrn Peschel und Herrn Petat austauschen und wertvolle Informationen mit nach Hannover nehmen. Beeindruckt war ich von dem konsequenten Hygienekonzept der Jugendherberge, Gäste können sich dort wirklich sicher fühlen.  Ich wünsche den Herbergseltern und den MitarbeiterInnen der Jugendherberge, dass sie gut durch die Corona Krise kommen und sie bald wieder ein „volles Haus“ haben.