9. November – Jahrestag der Novemberpogrome 1938

zerstörte Göttinger Synagoge (Nov. 1938, Stadtarchiv)

Am 9. November jährt sich die Reichspogromnacht zum 83. Mal. In der Nacht vom 9. auf den 10.November setzten SA, SS und NSDAP in ganz Deutschland

1.400 Synagogen und Gebetshäuser in Brand, plünderten mehr als 7000 jüdische Geschäfte und verwüsteten Wohnungen von jüdischen Mitbürgern. Auch in Göttingen brannte die Synagoge, wurden jüdische Mitbürger angegriffen, ihre Häuser, Wohnungen und Geschäfte zerstört. Polizei, Feuerwehren und Nachbarn schauten tatenlos zu, niemand kam den Bedrängten zu Hilfe. Die Novemberpogrome 1938 waren ein Vorbote der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in ganz Europa.  Lange Zeit glaubten wir, dass die Geschichte uns Deutsche immun gemacht hat – gegen die falschen Propheten von rechts.

Doch der Antisemitismus war nie verschwunden, er tritt zunehmend wieder offen zu Tage, sogar in unseren Parlamenten.

»Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon«. Mit diesen Worten hat der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer uns einen Auftrag erteilt, dem wir uns nicht entziehen dürfen. Übernehmen wir Verantwortung. Sind wir wachsam.

Stellen wir uns jeglicher Form von Rassismus, Rechtsextremismus und Hass entschlossen entgegen und stellen wir uns schützend vor diejenigen, die bedroht werden.

9. November 2021, 18:00 Uhr, Platz der Synagoge

Unter dem Titel „Erinnern – Gedenken – Mahnen. Wo stehen wir heute“ gestaltet in diesem Jahr die Jüdische Hochschulgruppe Göttingen und Schüler*innen der Religionskurses des 13. Jahrgangs am Otto-Hahn-Gymnasium die diesjährige Gedenkstunde.